Sommermärchen?

 

 



Als ich heute Morgen wach wurde, blinzelte die Sonne schon durch die Jalousien.
Aufstehen, du Schlafmütze, schien sie zu sagen.
Ich will noch nicht, sendete ich ihr meine Gedanken entgegen.
Aber sie gab nicht nach und ihr Licht wurde heller und heller,
so dass es sogar durch meine geschlossenen Augenlider drang.
Ist ja schon gut, dachte ich, hast ja gewonnen.
Ich schmiss die Bettdecke mit einem Schwung fort und
sprang aus dem Bett. Dann zog ich die Jalousien ganz hoch.
Die Sonne schien mir zuzulächeln und zu sagen, siehst du,
wie schön ich für dich scheine.
Da willst du doch nicht den ganzen Tag im Bett verbringen.
Komm, wir werden diesen Tag gemeinsam verbringen.
Jetzt war ich gespannt, was sie mit mir vorhatte.
Zuerst lass uns im Garten frühstücken, damit du für diesen Tag gerüstet bist,
flüsterte jetzt der Wind in mein Ohr.
Oh, er würde also auch dabei sein. Platsch, da fiel ein dicker Regentropfen auf meine Nase.
Ihr vergesst mich doch wohl nicht, rief der Regen entrüstet.
Nein, nein beschwichtigte ihn die Sonne, klar bist du auch dabei.
Das konnte ja ein lustiger Tag werden.
Nach dem Frühstück, der Wind hatte mir liebevoll mein Gesicht gestreichelt,
ging es los.
Wir machten uns gemeinsam auf den Weg zum nahen Bach.
Ich hatte auf Anraten der Sonne eine Decke und einen kleinen Picknickkorb mitgenommen.
Am Bach angekommen, suchten wir uns ein schönes Plätzchen und ich breitete meine Decke aus.
Der Wind spielte übermütig mit den Schirmchen der Pusteblumen und trieb sie von einer Richtung in die andere. Es machte Freude ihm dabei zuzuschauen.
Die Sonne entdeckte ein kleines, frierendes Entenküken und wärmte es liebevoll mit ihren Strahlen.
Schmetterlinge und Hummeln spielten in der Luft fangen, ließen sich dann erschöpft auf den Blüten nieder um sich an ihrem Nektar zu laben.
Es war ein friedlicher Anblick. Hier konnte man den Alltag vergessen.
Am Nachmittag fielen ein paar Tropfen Regen auf mein Gesicht, gerade so viel um mich aufzuwecken und zu erfrischen. Ich war wohl eingeschlafen, so ruhig und sanft hatte ich lange nicht mehr in Morpheus Armen gelegen.
Inzwischen hatte die Sonne einiges ihrer Kraft eingebüßt.
Was ist, dachte ich, was hat sie?
Ich werde müde flüsterte sie, den ganzen Tag scheinen um alles am Leben zu erhalten, strengt ganz schön an.
Oh, darüber hatte ich noch nie nachgedacht, kommst du morgen wieder, sendete ich ihr meine Gedanken.
Ja ich komme wieder, ich nicht, flüsterte der Regen ich habe noch die ganze Nacht zu tun und will mich dafür morgen ausruhen.
Aber ich rief der übermütige Wind, ich brauche ganz wenig Schlaf,
ich werde dir ein Lied singen wenn ich durch die Bäume rausche.
Tu das, dachte ich und danke für diesen schönen Tag.

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