Sibyl darf mit!

 

 

 

Sibyl war jetzt drei Jahre alt und durfte zum ersten

 

Mal mit auf die Blumenwiese hinter dem Wald um Nektar zu sammeln.

 

Bislang musste sie immer in der Nähe des Bienenstocks bleiben.

 

Immer hieß es, nein Sibyl, du bist noch viel zu klein, zu jung zu….. und überhaupt.

 

Wussten die Erwachsenen gar nicht wie laaaaaaangweilig  es auf ihrer Wiese war.

 

Sibyl kannte dort jeden Grashalm, jede Blume und alle Tiere. Die waren ja sehr nett, aber Sibyl wollte einfach weg, raus in die weite Welt.

 

Sie hatte immer genau zugehört wenn die größeren Bienen und ihre Eltern von der Wiese hinter dem Wald erzählt hatten. Da gab es so schöne Blumen, viel schöner als auf ihrer kleinen Wiese, na ja die waren auch schön aber…

 

Warum sollten ihre Eltern sonst jeden Tag zu der Wiese fliegen.

 

Heute, ja heute würde sie endlich auch mitfliegen können.

 

Gleich nach dem Frühstück, Sibyl  flog wie jeden Morgen zu dem gelben Löwenzahn, das war Sibyls Lieblingsblume, sollte es losgehen.

 

Sibyl war schon ganz aufgeregt und stellt sich die Wiese in den schönsten Farben vor. Und die Tiere dort waren auch bestimmt viel netter und schöner und überhaupt!

 

Schon nach wenigen Kilometern ließ Sibyls Vorfreude nach. Wie weit denn noch, jammerte sie, sind wir bald da.

 

Ich habe solchen Hunger.

 

Du wolltest doch unbedingt mit, rief eine ältere Biene in ihrer Nähe, jetzt hör endlich auf zu jammern und flieg weiter.

 

Sibyl hätte ihr am liebsten die Zunge rausgestreckt, aber sie hatte ja keine, leider. Das hatte sie bei den Menschenkindern gesehen. Das sah lustig aus, nur die großen Menschen schimpften dann immer.

 

Sibyl wusste gar nicht warum. Menschen sind halt manchmal komisch dachte sie noch, als sie vor sich eine wunderschöne Blumenwiese sah.

 

 Gleich flog sie zu der ersten Blume hin um ein Schlückchen Nektar zu probieren. Aber igitt, schnell spuckte sie ihn wieder aus. Auch die anderen Bienen schienen den Nektar nicht zu mögen.

 

Das schmeckt ja scheußlich, rief Sibyl!

 

Alle Bienen flogen aufgeregt umher. Das riecht auch ganz ekelig, sagte Mutter Biene.

 

Alle summten laut durcheinander, bis der Älteste unter ihnen sich zu Wort meldete.

 

Das habe ich schon einmal erlebt sagte er.

 

Damals haben die Menschen Gift gespritzt und damit alle Tiere und Pflanzen verseucht.

 

Wissen sie denn immer noch nicht was sie der Natur und damit sich selber antun.

 

Die werden anscheinend nie klüger.

 

Er schaute zu Sibyl. Für dich tut es mir besonders Leid, Du hast dich so  auf diese Wiese gefreut. Wir werden  aber wohl in Zukunft auf sie verzichten müssen. Jetzt war Sibyl froh noch ihre schöne Wiese zu haben, sie konnte es gar nicht erwarten wieder dort zu sein.

 

 

 

Wie werden heute Abend eine Versammelung abhalten. Darin werden wir beschließen nur noch Nektar für uns zu sammeln, sagte der Bienenälteste. Alle Bienen stimmten ihm zu. Vielleicht werden die Menschen dann wach wenn sie keinen Honig mehr bekommen. Und so geschah es, das die Menschen in dem Jahr kaum Honig hatten. Sie rätselten woran es wohl liegen könnte, dass die Bienen so wenig gesammelt hatten.

 

 

 

Na an euch, hätte Sibyl ihnen am liebsten zugerufen.

 

Aber wer hört schon auf eine kleine Biene.

 

 Text: by Ingrid Heuwers

 

 

 

 

 

 

 

Kinder sehen anders!

Kinder sehen anders, viel besser!

 

Peter, Peter komm endlich du Faulpelz, aufstehen die Sonne scheint.

Och nö, noch nicht. Meine Augen sind noch ganz müde murmelte Peter.

Aber wir wollten doch in den Zoo.

Klar jetzt fiel es Peter wieder ein, in den Zoo die kleinen Babytiere anschauen.

Schnell hüpfte er aus dem Bett. Seine Augen waren auch gar nicht mehr müde.

Papa hatte ihm gestern Bilder von den kleinen Lämmlein in der Zeitung gezeigt.

Da sollte es heute hingehen.

Papa hatte gesagt, dass Mamatiere sich immer gut um die Kleinen kümmern. So wie seine Mama um ihn. Das ist nicht überall so, hatte  Mama geantwortet.

Viele Kinder müssten für sich selber sorgen, besonders in den Kriegsgebieten.

Peter hatte es in den Nachrichten gesehen, wie kleine Mädchen und Jungen weinend durch die Straßen liefen. Es hatte ihm Angst gemacht.

Papa hatte gesagt, hoffentlich müssen wir das nicht erleben. Mama hatte laut geseufzt, ja hoffentlich.

Aber jetzt würde er gleich mit Mama und Papa in den Zoo fahren.

Peter war voller Vorfreude und stellte tausend Fragen. Wir sind ja bald da lachte Papa, dann kannst du alles selber sehen.

Im Zoo war es ganz toll. Überall hatte sich Nachwuchs eingestellt. Da gab es kleine Schafe, Hasen und ein putziges Bärenkind.

Peter konnte gar nicht schnell genug überall hinlaufen. Er rannte von einem Gehege zum nächsten. Beim Löwengehege wäre er fasst über einen kleinen Jungen gefallen. Oh,  habe ich Dir weh getan, fragte er ganz außer Atem. Der kleine Junge hatte die Hände vor sein Gesicht gehalten und schien furchtbarer Angst zu haben. Was hast Du, fragte Peter, ich tue Dir doch nichts.

Er wollte den Jungen am Arm fassen um ihm zu zeigen, dass er keine Angst haben musste, so wie er es auch mit seinen Freunden tat.

Dieser wich erschrocken zurück. Eine Frau kann auf sie zu und nahm den Jungen in den Arm.

Ich habe ihm nichts getan stammelte Peter, ich bin nur zu schnell gelaufen.

Ich weiß sagte die Frau, ich habe es gesehen. Aber der Mamet hat Schlimmes erlebt und

erschreckt sich ganz schnell. Dann erzählte sie Peter und seinen Eltern, die dazugekommen waren, die Erlebnisse in Mamets Heimat und von seiner Flucht über das Meer. Peter hatte ganz still dabei gestanden. Er hatte nicht alles verstanden, aber das Mamet etwas ganz, ganz schlimmes Erlebt hatte, dass hatte er verstanden.

 

Mamet hatte inzwischen die Hände vom Gesicht genommen und Peter sah eine lange Narbe über seiner linken Wange.

Die hat er von einer Explosion, da war er erst drei Jahre alt.

 

 Peter ging ganz langsam auf Mamet zu und bot ihm seinen Teddy an, den er eigentlich immer bei sich trug. Er hatte mit dem Herzen gedacht und ihn ganz spontan abgegeben.

 Die Erwachsenen schauten sich verschämt an. Ein kleiner Junge hatte mit dieser Geste gezeigt, dass es keinen Unterschied macht woher man kommt. Er sah nur den ängstlichen kleinen Jungen, nicht seine Herkunft.

 

Es macht die Welt ein bisschen besser!

 

by Ingrid Heuwers