Die kleine Meise

 

 

 

Draußen wird es immer kälter.

 

Des Nachts frieren die Gartenteiche schon zu und dicker Raureif liegt auf den Pflanzen und Gräsern

 

Die kleine Blaumeise hat für diesen Winter noch keinen Platz zum übernachten gefunden.

 

Die Menschen in ihrem Garten haben alle Hecken und Sträucher abgeschnitten.

 

Überall pfeift der Wind mit seinem kalten Atem hindurch.

 

Die kleinen Meise schüttelt sich.

 

Puh ist das eisig, wenn sie nicht bald einen Platz findet,

 

wird sie wohl bitterlich erfrieren müssen.

 

Und Hunger hat sie auch, es zieht ganz erbärmlich in ihrem kleinen Magen.

 

Seit keine Bäume uns Sträucher mehr da sind, fehlen auch die Insekten.

 

Alles ist so aufgeräumt, nicht ein Hälmchen wagt es mehr, länger als ein Zentimeter zu werden.

 

Dann kommt gleich der Rasenmäher.

 

Früher gab es hier Hecken, Sträucher und Gänseblümchen.

 

Da hat das Leben in ihrem Garten noch Spaß gemacht.

 

Den kleinen Kopf unter ihren Flügeln versteckt,

 

um der größten Kälte zu entgehen, träumt die kleine Meise von damals,

 

als ihre Welt noch in Ordnung war.

 

Plötzlich wurde sie von einem lauten Geräusch aus dem Traum gerissen.

 

In der Nachbarschaft war ein neues Haus gebaut worden und heute zogen junge Leute dort ein.

 

Sie hörte wie der Mann zu seiner Frau sagte: „ Ich stelle gleich mal das Vogelhaus auf,

 

vielleicht gibt es hier ja ein paar kleine Gäste.“

 

Oh wie freute sich die kleine Meise, sie konnte es gar nicht abwarten bis es soweit war.

 

Schnell flog sie in den Nachbargarten.

 

Dort wurden gerade ein paar Meisenringe an das Häuschen gehängt.

 

Oh wie lecker, dachte die Meise und flatterte vor Aufregung hin und her.

 

„Da haben wir ja schon unseren ersten Gast“ rief der Mann und ging einige Meter zurück.

 

„Hallo Blauköpfchen, begrüßte er die kleine Meise, herzlich Willkommen.“

 

Blauköpfchen gefällt mir dachte sie, dass ist ein schöner Name.

 

Als sie satt war, setzte sie sich in das Vogelhäuschen und schaute den Menschen zu .

 

Den ganzen Tag trugen sie Möbel und alle möglichen Sachen, die unsere Meise noch nie gesehen hatte, ins Haus.

 

Doch das Beste, ja dass kam zum Schluss

 

Da kamen seine beiden Menschen, sie hatte nämlich beschlossen,

 

ab sofort in diesen Garten zu ziehen, mit einer großen Tanne in einem Kübel in den Garten.

 

Jetzt hatte sie auch noch einen Schlafplatz.

 

Ach kann das Leben schön sein, dachte Blauköpfchen.

 

Wenn doch alle Menschen an uns denken würden

 

und nicht ihre Gärten wie ihre Wohnzimmer blitze blank putzten würden.

 

Dann gäbe es auch wieder mehr von uns und jeder hätte zu essen und einen Platz zum schlafen

 

 

 

©Ingrid Heuwers :)